Österreich Wettbewerb 1Auflösungserscheinungen

, Stadtkino im Künstlerhaus 82 min

Eine Gesellschaft, die nicht bereit ist Verantwortung zu übernehmen und kein Bewusstsein mehr für das eigene Handeln entwickelt, ist als Gesellschaft in Auflösung begriffen. Was bleibt, ist die Suche nach Lösungen. Oder nach der Erlösung. Die fünf Filme im ersten Wettbewerbsprogramm kreisen um diesen thematischen Komplex, von den zwei Kindern im Wald, die mit der Waffe des Vaters hantieren, über die persönliche Familiengeschichte der Enkelin eines Bordellbetreibers bis hin zu den Überlebensstrategien einer jungen Frau in einer menschenleeren Stadt. Am Ende lösen sich die fotografischen Erinnerungen auf, und ein roher Einblick in die Lebenswelt von drei jungen Erwachsenen gipfelt in der Erlösung.

presented by superfly

Rote Flecken

Red stains

Österreich2013 11 min 10 sec Deutsch

Tommi und sein kleiner Bruder Simon wollen im verschneiten Wald "schießen spielen", mit dem Jagdgewehr des Vaters. Bereits ab der ersten Minute erzeugt die Waffe in Kinderhänden ein Gefühl des Unbehagens, das sich immer weiter steigert. Dem ersten Schuss folgt ein zweiter, der kindliche Leichtsinn schlägt in Verzweiflung um, die Spirale dreht sich beständig weiter. Rote Flecken ist ein Lehrstück über Gewalt, Macht und Tod, das auch von der starken Leistung seiner jungen Darsteller lebt.

Regie
Magdalena Lauritsch
Drehbuch
Magdalena Lauritsch
Kamera
Jakob Fuhr
DarstellerInnen
Emilio Bachmann, Thomas Otrok, Christian Strasser, Sepp Geieregger
Musik
Martin Nero
Sound
Rudolf Pototschnig

Der Zuhälter und seine Trophäen

Österreich2014 21 min 07 sec Deutsch

Eine Familiengeschichte. Der Großvater der Regisseurin war bis in die 1990er Jahre Betreiber eines Bordells in Salzburg. In ihrem reduzierten Filmessay greift Antoinette Zwirchmayr Erinnerungen aus ihrer Kindheit und Jugend auf. Anekdoten und Monologe aus dem Off geben Einblick in die ungewöhnliche Lebenswelt des Großvaters und seiner Familie, die dessen Geschäfte mit den „Mädchen“ in der „Bar“ schönredet oder ausblendet. Die lakonische Bildsprache lässt viel Raum für Kopfkino zwischen Faszination und Ablehnung.

Regie
Antoinette Zwirchmayr
Drehbuch
Antoinette Zwirchmayr
Kamera
Rosa John
Sound
a thousand fuegos & Squalloscope

Sola

Sola

Österreich2013 20 min Kein Dialog

Eine junge Frau klappert Straßen und Gassen ab, bricht in Wohnungen ein, stiehlt Kleider aus den Schränken, lässt Konserven und Batterien mitgehen. Danach setzt sie sich an die Orgel einer Kirche. Bald wird klar, sie ist vermutlich der einzige Mensch in der nach einer rätselhaften Katastrophe ausgestorbenen Stadt. Der Film konzentriert sich auf die Überlebensstrategien der Protagonistin - wortlose Routinen getragen von der Hoffnung, doch nicht ganz allein auf der Welt zu sein.

Regie
Alexandra Makarová
Drehbuch
Alexandra Makarová
Kamera
Georg Weiss
DarstellerInnen
Melanie Mezzina
Larissa Sabitzer
Sound
Karoline T. Heflin

STILL DISSOLUTION

Österreich2013 03 min Kein Dialog

Vier Fotografien mit Urlaubs-Motiven werden separat abgefilmt und mittels Splitscreen nebeneinander gereiht. Flackernde "Rückblicke", die allmählich durch das Feuer einer Gaslampe erhitzt werden – "Erinnerungen auftauen" nennt Regisseur Siegfried A. Fruhauf diesen Vorgang. Durch die Flamme werden die Bilder deformiert, organisch anmutende Blasen und Schlieren entstehen und lassen die Fotos schließlich verglühen. Still Dissolution beschäftigt sich mit den Medien Fotografie und Film und stellt die Frage, ob sie Ereignisse für die Ewigkeit festhalten können.

Regie
Siegfried A. Fruhauf
Drehbuch
Siegfried A. Fruhauf
Kamera
Siegfried A. Fruhauf
Sound
Siegfried A. Fruhauf
Animation
Siegfried A. Fruhauf

Erlösung

Salvation

Österreich2014 27 min Deutsch

Drei junge Erwachsene, die ihre Zeit mit Bier trinken, Blödeleien, Drogen und dem Anschauen von Selbstmordvideos verschwenden. Die Handkamera läuft immer mit und dokumentiert die immer stärker werdenden Exzesse, die nach einer durchzechten Nacht ein abruptes Ende nehmen. Das Leben als Leerlauf, gefangen zwischen Lebenslust und Thanatos. Mark Gerstorfers Momentaufnahme der Generation Maybe ist ein direkter, roher Film, der die Grenzerfahrungen seiner Protagonisten physisch spürbar macht. Die Erlösung kommt als langes Schlussbild, das sich ins Gedächtnis einbrennt.

Regie
Mark Gerstorfer
Drehbuch
Mark Gerstorfer
Kamera
Marie Therese Zumtobel
DarstellerInnen
Daniel Helmer
Sarah Kleiner
Clemens Marschall
Musik
Daniel Helmer, Johannes Weinberger
Sound
Lenja Gathmann, Mathias Hafner, Theda Schiffertdecker