Tod dem Kitsch

Eine Filmkritik von Isabella Kristina Miglinci

Mariola Brillowska ist kein unbekanntes Gesicht in der Animationsfilmbranche. Die 1961 geborenePolin ist 1981 nach Deutschland emigriert, um Kunst zu studieren und leben zu können. Sie selbst hat mit der Malerei begonnen, merkte aber schnell, dass sie seriell erzählen möchte, empfand Lust bei einem Bild die Vorgeschichte und das Ende zeigen zu können und interessierte sich somit für Graphic Novels und Animationsfilme. Sie lehrt seit 1991 an verschiedenen Hochschulen Europas und ist von 2005 bis 2013 an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main, Deutschland, tätig gewesen. Die Werke ihrer Studierenden präsentierte sie am 27. Mai 2014 bei VIS.

Es war ein bunt gemischtes Programm aus Kreativität, gefüllt mit narrativen, erklärenden Strukturen. Doch mich faszinierten nicht nur die diversen animierten Kurzfilme und Performances. Mich interessiert auch die Frau dahinter, die den „Bruch zum Kitsch schaffen will“, die mit ihrem harschen Akzent und mit Argumenten überzeugt. Mit Animation assoziieren die meisten Menschen liebliche Figuren, die um den Regenbogen tanzen. Mariola Brillowska will nicht, dass Animationsfilm darauf reduziert wird:es bedarf mehr als eines süßen Hasen und eines Happy-Ends. „Was mich überhaupt nicht interessiert (..), wenn sie (Anm. ihre Studierenden) mir Sachen zeigen, die so super niedlich sind, wie von der Tischdecke abgezeichnet, so Hasen, Blumen oder Schmetterlinge.“ Sie will das Leben ansprechen, die Wahrheit mit Bildern ausdrücken. „Ich hab ja nichts gegen irgendwie auch niedliche Figuren, die dann auch Krebs bekommen.“ Fakt ist, wir werden tagtäglich radikalen und gewaltsamen Themen ausgesetzt, in den Zeitungen, im Web oder einfach im realen Leben. „Ich spreche einfach über die allgemeinen Themen, über die man sonst medial in der Öffentlichkeit auch spricht.“ Also wieso dies nicht auch mit den Mitteln des Animationsfilms ausdrücken, d Realität und Surrealität verschmelzen lassen?

‚Wahrheit und nichts als die Wahrheit‘ hat sich Mariola Brillowska als Grundsatz genommen, als sie im Künstlerhaus zum Publikum sprach. Sie nahm sich kein Blatt vor den Mund und begeisterte die Zuhörer mit ihren schockierend neuen Ansichten. Und diese fanden es auch gut so!