VIS ging zu Ende: Drei Preise für österreichisches Kurzporträt „Noema“

Sieben Tage lang hat sich VIS Vienna Independent Shorts dem Kurzfilm in all seinen Ausprägungen verschrieben. Am Donnerstagabend ging die 11. Ausgabe von Österreichs größtem Festival für Kurzfilm, Animation und Musikvideo feierlich mit der Preisverleihung im Stadtkino im Künstlerhaus, der diesjährigen Hauptspielstätte, zu Ende. Besonders strahlen durfte auf der Bühne Christiana Perschon: "Noema", ihr Kurzporträt der alternden Malerin Tatjana Gamerith, die nach und nach ihr Augenlicht verliert, wurde gleich dreifach ausgezeichnet, allen voran mit dem Wiener Kurzfilmpreis für den besten österreichischen Film, der mit freundlicher Unterstützung der Casinos Austria dieses Jahr von 2.000 Euro auf 5.000 Euro aufgestockt wurde. Die Hauptpreise in den internationalen Wettbewerben gingen an die polnische Kurzdoku „Leciec, nie leciec (To fly or not to fly)“ von Aniela Gabryel und den deutschen Experimentalfilm „x-x-xx--x--gewobenes Papier“ von Michel Klöfkorn.

FESTIVALLEITUNG ZIEHT POSITIVE BILANZ
Neben den Preisträgern hatten am Abschlussabend auch die Festivalleiter Grund zur Freude, konnte man mit rund 9.200 Festivalbesuchern doch erneut einen signifikanten Besucheranstieg verzeichnen (2012: 6.300, 2013: 8.200) und erstmals mehr als 400 Branchenakkreditierte begrüßen. Neben Spezialprogrammen im Österreichischen Filmmuseum und im Schikaneder sowie der Eröffnung im Gartenbaukino fand VIS zum zweiten Jahr in Folge im Künstlerhaus seine Heimat. Hier entstand das VIS-Festivalzentrum, fungierte das Stadtkino als Hauptspielstätte und wurde das Kinofoyer gemeinsam mit den Wiener Festwochen als Ort des Austausches genutzt.

BEHUTSAME DOKUS REÜSSIEREN
Mehr als 20.000 Euro an Preisgeldern sowie acht in Beton gegossene „V“ als Preisstatuen unseres langjährigen Partners gabarage upcycling design gab es beim Festival zu vergeben. Gleich dreifach reüssierte Regisseurin Christiana Perschon, die mit ihrem Kurzdokumentarfilm „Noema“ neben dem Preis der Jugendjury und dem Publikumspreis die höchstdotierte Auszeichnung des Abends erhielt, den von Casinos Austria und VDFS (Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden) mit 5.000 Euro dotierten Wiener Kurzfilmpreis für den besten österreichischen Film. „Mit formaler Konsequenz öffnet die Filmemacherin einen Raum für das Innenleben einer alternden Künstlerin“, so die Jury in ihrer Begründung. „Entgegen jeder Dramatisierung sucht sie haptische Bilder und macht die Wahrnehmung der Künstlerin visuell erfahrbar.“

Der mit 4.000 Euro von der Stadt Wien dotierte Wiener Kurzfilmpreis für den besten internationalen fiktionalen bzw. dokumentarischen Film ging an die polnische Kurzdoku „Leciec, nie leciec (To fly or not to fly)“. Darin porträtiert Aniela Gabryel charmant Ornithologen, die auch die größten Strapazen auf sich nehmen, um Meisen, Eulen und andere Vogelarten aufzuspüren und zu bestimmen. Den ASIFA Austria Award für den besten Animations- bzw. Experimentalfilm „x-x-xx--xx--gewobenes Papier“ erhält mit Michel Klöfkorn ein „Ausnahme-Animationskünstler“, so die Jury, der die Vergabe dementsprechend „eine besondere Ehre“ ist.

Zur besten Regisseurin im internationalen Wettbewerb wurde die US-Filmemacherin Jennifer Reeder für ihre Coming-of-Age-Variation „A Million Miles Away“ gekürt, das Arbeitsstipendium des „Artist in Residence“-Programms von quartier21/MQ sicherte sich Atsushi Wada für „Anomalies“. Das beste österreichische Nachwuchswerk ist „Schwitzen“ von Iris Blauensteiner, der beste Hochschulfilm „Milchzähne“ von Peter Brunner.

Bereits am Montagabend stand mit Antonin Pevny der erste Festivalpreisträger fest, erhielt er doch für das Musikvideo zu „Maschin“ der Band Bilderbuch den 2013 ins Leben gerufenen Österreichischen Musikvideopreis. Parallel dazu wurden Jungregisseurin Lena Weiss bei der Night of the Light, dem gemeinsam mit Wien Energie veranstalteten Kurzfilmproduktionswettbewerb, für die Kurzdoku „Gatos de luz“ sowohl Jury-als auch Publikumspreis zugesprochen.

LOBENDE ERWÄHNUNGEN UND PUBLIKUMSPREISE
Die Wettbewerbs-Jurys, auch heuer wieder prominent besetzt mit u.a. US-Regisseur Matt Porterfield, Künstlerin Mariola Brillowska, Zeichner Nicolas Mahler, Videokünstler Mihai Grecu oder Musikerin Violetta Parisini, bedachten „Erlösung“ von Mark Gerstorfer (Österreich Wettbewerb), „Afronauts“ von Frances Bodomo (Fiction & Documentary), „Los Andes“ von Joaquin Cocina und Cristobal León (Animation Avantgarde) sowie das Musikvideo „Behave“ (Fijuka“ von Florian Pochlatko mit lobenden Erwähnungen.

Unabhängig davon kürten die Festivalbesucher per Voting-Zettel ihre ganz eigenen Gewinner: Die Publikumsgunst sicherten sich neben „Noema“ auch „Escort“ von Guido Hendrikx, „Symphony no. 42“ von Réka Bucsi und das Musikvideo „Our Lights“ von Carl Roosens und Noémie Marsily für BRNS. Bei der mittlerweile zehnten Nacht des abstrusen Humors, „Très Chic“, kürten die Zuseher per Applausometer „The Auteurs of Christmas“ von Adrian Thiessen zum Sieger des Prix Très Chic pour le film le plus extraordinaire.

29.05.2014

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