Das sind die VIS Siegerfilme 2014

Sieben abwechslungsreiche, großartige Tage im Zeichen des Kurzfilms liegen hinter uns. Am Donnerstagabend ging die 11. Ausgabe von VIS Vienna Independent Shorts mit einer feierlichen Preisverleihung im Stadtkino im Künstlerhaus zu Ende.

Ein besonders triumphaler Abend wurde es für Christiana Perschon: Ihr Film Noema, ein sensibles Kurzporträt einer alternden Malerin, die nach und nach ihr Augenlicht verliert, hat gleich drei Preise abgeräumt - nämlich den von 2.000 auf 5.000 Euro aufgestockten Wiener Kurzfilmpreis für den besten österreichischen Film, den Preis der Jugendjury UND den Publikumspreis. Da waren sich offenbar alle einig.

Die Hauptpreise in den internationalen Wettbewerben gingen an die polnische Doku Leciec, nie leciec (To fly or not to fly) von Aniela Gabryel (bester internationaler fiktionaler/dokumentarischer Film) und den deutschen Experimentalfilm x-x-xx--x--gewobenes Papier von Michel Klöfkorn (bester internationaler Animations-/Experimentalfilm).

Wir gratulieren allen GewinnerInnen von ganzem Herzen! Folgend die Liste aller PreisträgerInnen sowie Jurybegründungen. Die Zusammensetzung der Jurys sind hier nachzulesen.

ÖSTERREICH-WETTBEWERB

Jury: Nicolas Mahler, Anna Veilande Kustikova, Jan Soldat

Wiener Kurzfilmpreis für den besten österreichischen Film
vergeben von Casinos Austria und VDFS im Wert von € 5.000

Noema, Christiana Perschon

Jurybegründung: Mit formaler Konsequenz öffnet die Filmemacherin einen Raum für das Innenleben einer alternden Künstlerin. Entgegen jeder Dramatisierung sucht sie haptische Bilder und macht die Wahrnehmung der Künstlerin visuell erfahrbar. Der Preis für den besten österreichischen Film geht an NOEMA von Christiana Perschon.

Lobende Erwähnung: Erlösung, Mark Gerstorfer

Jurybegründung: Eine lobende Erwähnung möchten wir einem Film aussprechen, der sich auf eine lebendige Art und Weise mit Todessehnsucht beschäftigt. Die lobende Erwähnung geht an Mark Gerstorfer und seinen Film ERLÖSUNG.

Beste/r österreichische/r Nachwuchsfilmer/in
vergeben von VAM (Verwertungsgesellschaft für audiovisuelle Medien) im Wert von € 1.000

Iris Blauensteiner für Schwitzen

Jurybegründung: Sterbende Küken, Langeweile und das Ende der Jugend. Der Nachwuchspreis geht an einen Film, der durch Bildsprache und Rhythmus überzeugt. Die stimmige Besetzung vermittelt glaubwürdig die Härten des Erwachsen Werdens. Wir vergeben den Preis für den besten österreichischen Nachwuchsfilm an SCHWITZEN von Iris Blauensteiner.

Publikumspreis:Noema, Christiana Perschon
vergeben von ray Filmmagazin als Technikgutschein von Toolsatwork im Wert von € 500

 

PREIS DER JUGENDJURY im Österreich-Wettbewerb

vergeben von Synchro Film im Wert von € 1.000 als Postproduktionsgutschein

Jury: Franziska Wolff, Kevin Klammer, Fiona Grasberger, Lena Lindinger, Valentina Königswieser, Michael Loibl, Stephan Mantuano (Bundesgymnasium Wien 19 & Handelsakademie I)

Noema, Christiana Perschon

Jurybegründung: Das Alter, des  Wesen der Zeit, die traumnahe Realität sowie Gedanken über das Leben werden in der Dokumentation von der Regisseurin Christian Perschon kunstvoll dargestellt. Sowohl das Spiel zwischen Schärfe und Unschärfe als auch die idyllische Darstellung der Natur sind gut umgesetzt und lassen den Zuschauer einen Teil der Wahrnehmung der Frau werden. Das Schicksal der beinahe erblindeten Malerin, welche fast nur mehr durch Routine agiert und mit ihrem Verstand in eine Traumwelt entfliehen möchte, erweckt einerseits Mitleid andererseits auch Bewunderung. Die von ihr mit Leidenschaft gezeichneten Werke sind nicht weniger als Kunst zu betrachten als das künstlerisches Gesamtwerk - ihr Leben.

Lobende Erwähnung: Erlösung, Mark Gerstorfer

Jurybegründung: Drei befreundete Studenten dokumentieren ihren Alltag mit der Kamera: sie gehen auf Parties und treffen sich in ihren Wohnungen.   Ein ständiges Thema: Selbstmord. Dadurch, dass dieses Thema  nur eines der vielen behandelten im Film ist, wird das Publikum dazu angeregt, den eigentlichen Kerninhalt zu erfragen.  Es könnte auch um Freundschaft oder einfach nur Aufmerksamkeit gehen, der Film bleibt bis zum Schluss offen. Obwohl das Thema ein häufiger Filmstoff ist, hat man es noch sie so, wie es in Salvation verfilmt wurde, gesehen. Durch die Wahl einer subjektiven  Kameraführung und durch die hervorragende Qualität des Settings, wirkt der Film sehr lebensnah und ungeschminkt.

 

FICTION & DOCUMENTARY - INTERNATIONALER WETTBEWERB

Jury: Carmen Gray, Matt Porterfield, Amina Handke

Wiener Kurzfilmpreis für den besten internationalen fiktionalen/dokumentarischen Film
vergeben von der Stadt Wien im Wert von € 4.000

Leciec, nie leciec (To fly or not to fly), Aniela Gabryel

Jurybegründung: Der Film hat uns mit seinen Momenten absurden Humors und surrealer Schönheit überrascht und der subtilen, unerwarteten Weise, Menschen in ihrer Beziehung zur Natur und untereinander zu portraitierten. Außerdem beeindruckt uns die geschickte Balance zwischen Dargestelltem und Nicht-Gezeigtem.

Lobende Erwähnung: Afronauts, Frances Bodomo

Publikumspreis: Escort, Guido Hendrikx
vergeben von VORmagazin im Wert von € 500

 

ANIMATION AVANTGARDE - INTERNATIONALER WETTBEWERB

Jury: Mariola Brillowska, Mihai Grecu, Martin Reinhart

ASIFA Austria Award für den besten Animations- und/oder Experimentalfilmvergeben von der ASIFA Austria im Wert von € 2.000

x-x-xx-x-gewobenes Papier, Michel Klöfkorn

Jurybegründung: Michel Klöfkorn nennt seine letzte Arbeit einen "digitalen Interferenz-Teppich" der "seine eigene Herstellung als rasanten Webvorgang wie von unsichtbaren Händen im Rhythmus digitaler und analoger Bildherstellung erledigt." Da "x-x-xx--x--gewobenes Papier" diese Aspekte tatsächlich akkurat darstellt, fiel uns die Entscheidung, ihn zum besten Film der Kategorie Animation Avantgarde zu wählen, nicht schwer. Die Arbeit verbindet und analysiert digitale und analoge Bilderzeugung nicht nur in einer überraschenden und überzeugenden Art, sondern erzeugt darüber hinaus eine taktile Wahrnehmungsebene, die aus dem subtilen Zusammenspiel der Bilder und Töne entsteht. Die Dekonstruktion des Ausgangsmaterials - nackte weibliche Körper auf Werbeplakaten - erscheint nicht als Akt der Zerstörung, sondern thematisiert das phantasmatische Begehren nach Perfektion und Abgeschlossenheit jenseits jeglicher Herabwürdigung. Die formale und inhaltliche Geschlossenheit des Films und seine klare Bezugnahme auf die klassischen Techniken des Avantgarde- und Animationsfilms machen ihm zum idealen und programmatischen Gewinners dieses Programms. Den Preis an den Ausnahme-Animationskünstler Michel Klöfkorn zu geben, ist der Jury eine besondere Ehre.

Lobende Erwähnung:Los Andes, Joaquin Cocina und Cristobal León

Jurybegründung: Die Jury war von der eigenständigen Form von "Los Andes" beeindruckt und unterstützt das kraftvolle politische Engagement des Films.

Arbeitsstipendium des Artist-in-Residence-Programms
vergeben von MQ/quartier 21 im Wert von € 1.000

Atsushi Wada für Anomalies

Jurybegründung: Man kann Atsushi Wadas Film als Einladung in eine zutiefst verstörende, aber dennoch in sich schlüssige Welt voller unsichtbarerer Zusammenhänge verstehen. Alles und Jedes scheint mit Allem und Jedem in unvorhersehbarerer Wiese verbunden. Abgesehen von der außergewöhnlichen Qualität der Bilder und der Tonspur, war diese spezifische und unkonventionellen Erzählstruktur der Grund für die Zuerkennung des "Artist in Residence" Stipendiums.

Publikumspreis: Symphony no. 42, Réka Bucsi
vergeben von ray Filmmagazin als Technikgutschein von Toolsatwork im Wert von € 500

 

BESTE REGISSEURIN IM INTERNATIONALEN WETTBEWERB

vergeben von der Elfi Dassanowsky Stiftung im Wert von € 1.000

Jennifer Reeder, A Million Miles Away

Jurybegründung: Wir möchten den Elfi Dassanowsky Foundation Preis für die beste Regisseurin an Jennifer Reeder für A MILLION MILES AWAY vergeben, nicht nur die beste weibliche Regie. Ihr Film ist eine formal wagemutige, auf mythische popkulturelle Bilderwelten Ikonographien verweisende Darstellung von Teenagern egal welchen Alters.

 

SCREENSESSIONS (MUSIKVIDEO-WETTBEWERB)

Jury: Violetta Parisini, Jonas Vogt, Daniel Moshel

Bestes Österreichisches Musikvideo
vergeben vom Fachverband der Film- und Musikindustrie im Wert von € 800

Maschin (Bilderbuch), Regie: Antonin B. Pevny

Jurybegründung: Endlich ein objektifiziertes Objekt. Die Maschin. Dieses Musikvideo schafft es, mit Selbstironie und hart an der Grenze zur Peinlichkeit, ohne je peinlich zu sein, einen richtig guten Song richtig gut in ein Video umzusetzen. Hier stimmt einfach jedes Detail. Wir haben genug schöne Frauen(ärsche) in schön ausgestatteten Räumen gesehen. Hier werden sie würdig ersetzt durch: die Maschin.

Lobende Erwähnung: Behave (Fijuka), Regie: Florian Pochlatko

Jurybegründung: Mit Witz und Selbstironie feiern Fijuka ihre Musik und auch ihre Statistinnen: eine Persiflage auf ewig schön sein müssende Akteure und -Innen. Das Video spielt mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und übersetzt das Tempo des Songs dabei perfekt in bewegte Bilder.

Publikumspreis für das beste internationale Musikvideo: Our Lights (BRNS),
Regie: Carl Roosens, Noémie Marsily
vergeben von VORmagazin im Wert von € 500

 

BESTER HOCHSCHULFILM

vergeben von Production Minds im Wert von € 550

Milchzähne, Peter Brunner

 

NIGHT OF THE LIGHT KURZFILMPRODUKTIONSWETTBEWERB

Jury: Maria Hofstätter, Ursula Wolschlager, Claus Tieber, Robert Grüneis

Jurypreis: Gatos de luz, Lena Weiss
vergeben von Wien Energie im Wert von €1.000

Publikumspreis: Gatos de luz, Lena Weiss
vergeben von Wien Energie im Wert von €1.000

 

PRIX TRÈS CHIC POUR LE FILM LE PLUS EXTRAORDINAIRE

The Auteurs of Christmas, Adrian Thiessen